Die Pflegelöhne steigen – die Kosten auch
Die beim GKV-Spitzenverband eingerichtete Geschäftsstelle Tarife erhebt seit dem Jahr 2023 jährlich die Entlohnungsdaten tarifgebundener Pflegeeinrichtungen. Im Jahr 2025 stieg das Entlohnungsniveau in der Langzeitpflege erneut um durchschnittlich 4,9 Prozent an (2024: rund 8,8 Prozent). Diese Entwicklung stellt Pflegebedürftige, Kassen und Sozialhilfeträger vor finanzielle Herausforderungen.
Lohnsteigerungen bedeuten Kostensteigerung für Pflegebedürftige und SPV
Seit September 2022 ist die Zulassung von Pflegeeinrichtungen an die tarifliche, tarifangelehnte oder ortsübliche Entlohnung des eingesetzten Pflege- und Betreuungspersonals geknüpft. Die Löhne in der Altenpflege steigen seit 2022 kontinuierlich und haben mittlerweile ein im Vergleich zu anderen Berufen hohes Niveau erreicht. Doch dies hat eine Kehrseite: Höhere Löhne führen im Teilleistungssystem in der Langzeitpflege unmittelbar zu höheren Eigenanteilen für die Pflegebedürftigen und zu Mehrkosten für die soziale Pflegeversicherung (SPV). Der GKV-Spitzenverband schätzt, dass die pflegebedingten Eigenanteile in der vollstationären Pflege 2026 im Durchschnitt um rund 100 Euro im Monat gestiegen sind. Im Durchschnitt übernimmt die SPV davon rund 40 Euro. Sie selbst hat dadurch Mehrausgaben von rund 260 Millionen Euro jährlich. Eine angemessene Entlohnung von Beschäftigten in der Pflege ist auch angesichts des Fachkräftemangels begrüßenswert. Aber die Politik muss endlich Wege aufzeigen, wie die steigenden Belastungen für Pflegebedürftige und SPV wirksam begrenzt werden können.

