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Versorgungsthemen | Arzneimitteln

Pharmadialog: Balanceakt zwischen guter Versorgung, Finanz­stabilität und Standort­politik

Seit November 2025 führt die Bundesregierung einen weiteren Pharmadialog mit zentralen Akteuren des Gesundheitswesens. Zu der Eröffnung dieses Strategie- und Dialogprozesses war neben der Pharma- und Medizintechnikindustrie erstmals auch der GKV‑Spitzenverband ins Kanzleramt eingeladen, vertreten durch seine stellvertretende Vorstandsvorsitzende Stefanie Stoff‑Ahnis. Der weiterhin andauernde Dialog ist geprägt von der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), dem außenpolitischen Druck aus den USA sowie einer unsicheren Wirtschaftslage.

Versorgungssicherheit und Preisbildung sind zentrale Fragen

In den Arbeitsgruppen des Pharma‑ und Medizintechnikdialogs bringt sich der GKV‑Spitzenverband aktiv ein. Diese Themen stehen im Fokus:

  • Versorgungssicherheit bei patentfreien Arzneimitteln
  • Digitalisierung und Datennutzung
  • Nutzenbewertung
  • Preisbildung bei patentgeschützten Arzneimitteln (AMNOG)
  • neue EU‑Vorgaben in der Medizintechnik

Angesichts der finanziellen Notlage der GKV fordert der GKV‑Spitzenverband kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des Ausgabenanstiegs und die Umsetzung qualitätsverbessernder Strukturreformen.

Schaubild: Pharma- und Medizintechnikdialog, im zeitlichen Verlauf Am 12.11.2025 fand die Auftaktveranstaltung statt. Zur zweiten Jahreshälfte 2026 sollen folgende Arbeitsergebnisse vorliegen: • Gemeinsame Analyse der Ist-Situation (Rahmenvedingungen, Marktanalyse) • Identifikation von Handlungsbedarf und konkreten -empfehlungen •	Festlegung von klaren Zuständigkeiten für die Umsetzung Dafür wurden 6 Arbeitsgruppen eingerichtet. Der GKV-Spitzenverband ist in 5 Arbeitsgruppen vertreten: •	AG 1: Versorgung mit patentfreien Arzneimitteln, Standortfragen, Finanzierung, Versorgungssicherheit und Lieferketten •	AG 2: Digitalisierung, Forschung mit Gesundheitsdaten, klinische Forschung, KI • AG 3: Nutzenbewertung und EU-HTA •	AG 4: Preisbildung und Erstattung neuer Arzneimittel • AG 5: Biotechnologie und klinische Prüfung – ohne Beteiligung des GKV-Spitzenverbandes •	AG 6: Medizintechnik und Medizinprodukte

GKV‑Beteiligung ist ein Erfolg

Mit dem Dialogformat bringt die Bundesregierung Akteure aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft, Gewerkschaften und Selbstverwaltung sowie Patientenvertreterinnen und -vertreter an einen Tisch. Die umfangreiche Vertretung der GKV‑Seite ist wichtig, um ein Gegengewicht zu Industriepositionen zu bilden. Wirtschaftlichkeits‑ und Steuerungsinstrumente dürfen Industrieinteressen nicht geopfert werden. Erfreulich ist deshalb, dass im Verlauf der bisherigen Termine die Öffnung des Formats für breitere GKV‑Beteiligung erreicht werden konnte.

Zielkonflikt zwischen Versorgungs‑ und Industrieinteresse

Der Pharmadialog macht die Zielkonflikte zwischen Versorgungs‑ und Wirtschaftlichkeitsanforderungen der GKV einerseits und industriepolitischen Interessen andererseits deutlich. Ob es gelingt, gute Versorgung, Finanzstabilität und Standortstärkung zu vereinen, wird sich zeigen. Im Laufe des Jahres 2026 soll aus dem Pharmadialog konkrete Gesetzgebung hervorgehen. Auswirkungen darauf werden sicher auch die Maßnahmenvorschläge der Finanzkommission Gesundheit zur Beitragssatzstabilisierung haben.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (1. Reihe, Mitte) und Stefanie Stoff-Ahnis, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes (1. Reihe, 3. v. l.), beim Auftakt zum Pharma- und Medizintechnikdialog im Kanzleramt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft, Gewerkschaften, Patientenvertretungen und Selbstverwaltung
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