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Versorgungsthemen | Arzneimitteln

Arzneimittel-Geheim­preise sind kompliziert und haben keinen Einspar­effekt

Die Anfang 2025 eingeführte Möglichkeit von Geheimpreisen im AMNOG-Verfahren erweist sich mit Blick auf die konkrete Anwendung als konfliktbehaftet, systemwidrig und letztlich erfolglos. Der Gesetzgeber wollte mit dieser Regelung die Vermarktungsbedingungen für Pharmaunternehmen verbessern und Forschungsaktivitäten in Deutschland fördern. Stattdessen hat er neue bürokratische Aufwände geschaffen.

Erhoffte Kostendämpfung bleibt aus

Die Einführung des Geheimpreises in der letzten Legislaturperiode wurde auch mit Kosteneinsparungen begründet: Die deutschen Arzneimittelpreise würden durch die fehlende Offenlegung nicht mehr zu stark auf internationale Referenzpreise wirken, weswegen die Geheimpreise dadurch deutlich unter den bisherigen öffentlich bekannten Preisen lägen.

Tatsächlich wurde der Geheimpreis bislang nur einmal genutzt – ohne besonderen Einspareffekt. Dem steht ein immenser bürokratischer Aufwand durch ein neues dezentrales Preisinformationssystem und Nacherstattungsverfahren gegenüber. Die Umsetzung ist im Detail kompliziert und streitbefangen. Pharmaunternehmen haben unterdessen erklärt, die Vereinbarung von Geheimpreisen in Deutschland gar nicht nutzen zu können: Das US-System des „Most Favored Nation Pricing“ zwinge sie, die tatsächlichen Preise trotz Vertraulichkeit offenzulegen.

Geheimpreis abschaffen

Der Geheimpreis hat keinerlei Mehrwert, erzeugt aber erhebliche Zusatzaufwände. Er sollte umgehend wieder abgeschafft werden. Dafür wird sich der GKV-Spitzenverband in den Reformdebatten weiterhin einsetzen.

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